Zeit deine Masken abzulegen!

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Die Zeit des Karnevals lädt nahezu ein, einmal selbst zu überprüfen, ob man unsichtbare Masken trägt, die einem Energie rauben oder ob man der Mensch ist, der man als reine Seele ist.

 

Wenn du die folgenden 5 Fragen mit einem Ja beantwortest, dann hast du dir mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine sehr stabile Fassade aufgebaut, die jedoch auf instabilen Fundament steht.

 

  1. Fühlst du dich oft matt und ausgelaugt, zeigst dich aber nach außen als selbstbewusst und stabil?
  2. Möchtest du es anderen häufig recht machen?
  3. Rechtfertigst du dich für fast alles, was du tust?
  4. Stellst du deine eigenen Bedürfnisse oft hinter die der anderen?
  5. Hast du große Sehnsucht nach Harmonie und es kommt trotzdem immer wieder zu Konflikten?

 

Hast du die Fragen mit Ja beantwortet, dann kann dir dieser Beitrag helfen deine Masken abzulegen und in die tiefe Selbstliebe zu gelangen.

 

Ich glaube, ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass uns alle manchmal Selbstzweifel einholen. Genau das ist auch menschlich und meiner Meinung nach gut. Nur so kommen wir an den Punkt unser eigenes Verhalten zu hinterfragen. Überwiegen allerdings die Selbstzweifel, dann zehrt es an uns, raubt übermäßig Energie, macht uns früher oder später krank und nicht selten mündet es in einem Burnout.

Erkenne, wer du wirklich bist.

Ein erster Schritt in die Selbstliebe zu gelangen und ein selbstbestimmtes und gesundes Leben zu führen, ist das Erkennen der eigenen Masken. Wie viele Masken hast du? Beschreibe sie.

 

Ein Beispiel aus meiner Praxis:

Herr A kam im vergangenen Jahr mit Symptomen wie innerer Unruhe, Nervosität und Bluthochdruck zu mir. Herr A ist erfolgreicher Geschäftsmann. So zeigte er sich auch in den Stunden in meiner Praxis. Er betrat stets überpünktlich und äußerlich sehr gepflegt den Raum. Zunächst zeigte er sich sehr selbstbewusst und erzählte mir bereits im Aufnahmegespräch, was er sich bereits alles leisten konnte. Das Geld sitze locker. Die Familie genieße einen hohen Lebensstandard. Nachdem Herr A seine Blutdrucktablette eingenommen hat, gehe er im modernen Anzug mit Aktentasche morgens punktgenau 5 Uhr aus dem Haus. Sein Äußeres sei ihm unheimlich wichtig, denn er wolle niemals negativ auffallen. Dank seiner Frau hat er ein Brot in seiner Tasche. Der lange Fahrtweg mache ihm zu schaffen, allerdings sei er auch gern einfach mit seinem Q5 unterwegs. Diesen habe er sich geleistet, doch "nur kurzzeitig hielt das Gefühl des puren Glücks an", so sprach er. Seine Frau kümmere sich vorwiegend um die 2 Kinder. Sie habe sich von ihrer Erkrankung vor ein paar Monaten noch nicht wieder gänzlich erholt und sei derzeit Hausfrau. Herr A müsse die gesamte Familie finanziell versorgen. Nach eigenen Aussagen stehe Herr A unter enormen Druck. Das merke er über den Tag kaum und glaube nach wie vor sogar vollstens in seinem Element zu sein. Es falle ihm schwer Aufgaben abzugeben, deshalb sitze er häufig 10 Stunden und länger auf Arbeit. Erst wenn er nach Hause kommt, bemerke er, dass er das Essen vergessen und noch nicht einmal seine Schnitte gegessen hat. Er halte sich aber mit Kaffee und Naschereien ganz gut über Wasser, gab er mir lachend zu verstehen. Dass er sich selbst bei der Arbeit vergesse und wenig Zeit mit der Familie verbringe, führe meistens zu Konflikten mit seiner Ehefrau. Zudem zeigten sich bei Herrn A am Abend häufig Symptome wie Schwindelgefühle oder Herzrasen. Herr A beschreibt es als beklemmendes Gefühl. Diese verstärkten sich, sobald er sich seiner Frau gegenüber für seine Abwesenheit rechtfertigen muss, obwohl er der Einzige ist, der arbeiten gehe. Er komme sehr schlecht in den Schlaf und wenn, dann schlafe er nicht tief. Er wisse gar nicht, wann er das letzte Mal so richtig ausgeschlafen habe, denn er habe eine "innere Uhr" die ihn immer wecke. Sein Gedankenkarussell gehe los, sobald er das erste Mal wieder morgens die Augen öffne.

 

Masken von Herrn A:

  • Der aufopfernde Versorger der Familie - Er muss sich um die Finanzen kümmern.
  • Der Extremist - Er neigt zu Perfektion vergisst seine Grundbedürfnisse, wie z.B. das Aufnehmen von Nahrung.
  • Der Kontrolleur - Durchgängig strukturiert und möchte keine Aufgaben abgeben.
  • Der Angsterfüllte - Er möchte nicht auffallen.
  • Der Hilflose - Er fühlt sich den Symptomen seines Körpers hilflos ausgeliefert.
  • Der Aufopfernde - Er glaubt durch seine aufopfernde Haltung, durch Leistung, mehr Anerkennung, zu bekommen.

 

Nachdem Herr A seine Masken erkannte, setzten wir gemeinsam Ziele. Spannend war, dass sich Herr A nach folgenden Dingen sehnte:

  • Freiheit
  • Ruhe
  • mehr Zeit mit seiner Ehefrau und seinen Kindern

Er lernte bei mir das Meditieren und entschleunigte somit erst einmal seine Gedankengänge, denn "alles entsteht aus unseren Gedanken". Somit bildeten wir die Basis. Anschließend gingen wir den Masken etwas auf den Grund. Herr A erkannte die Zusammenhänge, warum er begonnen hat die Masken über die vielen Jahre aufrecht zu erhalten. Sein Fokus lag auf der Anerkennung. Er hatte Angst vor Ablehnung und dem Versagen. Die Anerkennung bekam er allerdings immer nur kurzzeitig und fiel anschließend wieder in ein Tief. Er hatte sich über viele Jahre über Leitung definiert und glaube immer mehr und mehr und mehr leisten zu müssen, um etwas wert zu sein. Mithilfe von mentalen Training zum Thema "Vergeben und Loslassen" gelang es ihm seine Perspektive zu ändern. Heute schaut er lächelnd auf sein Leben und genießt die positiven Entwicklungsschritte seines Lebens. Er übt sich regelmäßig in Achtsamkeit und nimmt sich jeden Tag mindestens 30 Minuten nur für sich, in der er etwas tut, was ihm viel Energie bringt. Herrn A wird immer wieder bewusst, dass er etwas hinterhergelaufen ist, wie ein Hamster im Hamsterrad. Er beschrieb, dass er gearbeitet und dafür seine Lebenszeit geopfert hat. Er werde sich seiner (Selbst-)Liebe viel mehr bewusst, seitdem er sie durch die Meditationen in sich selbst spüre. Seine Frau habe sich gut erholt, da Herr A nun auch wieder mehr zu Hause anwesend sei. Da Herr A sich selbst mehr annimmt und sich beginnt zu lieben, schenke er seiner Frau ebenfalls mehr Liebe. Ihm falle es leichter auf sie einzugehen und sie bedingungslos wertzuschätzen. Die Beziehung zwischen ihnen sei deutlich tiefgründiger und inniger geworden, seitdem sich die beiden auch gemeinsam in Achtsamkeit üben. Auf Arbeit habe er genauso viele Aufgaben wie vorher, allerdings gehe er damit mittlerweile entspannter um. Er habe erkannt, dass er sein Bestes geben kann und sich ebenfalls mit einem "nein" abgrenzen darf. Er traut anderen Menschen mehr zu, gebe einige Aufgaben ab und freue sich mit ihnen über den Erfolg. Er entschleunige und lasse die Meditation zunehmend in den Arbeitsalltag einfließen, in dem er sich in Achtsamkeit und Dankbarkeit übe. Seitdem er regelmäßig Sport treibe oder spazieren gehe und abends regelmäßig eine Einschlafmeditation mache, könne er deutlich besser schlafen und auch die Dosis seiner Blutdrucktabletten konnte er in Absprache mit seinem Arzt minimieren. Er fühle sich seither freier in allem was er tue und habe für sich erkannt, dass die Liebe nicht im Außen, sondern in sich selbst zu finden ist.

 

 

Es gibt mehrere Wege um in die Selbstliebe zu gelangen. Der sanfteste Weg ist die Meditation. Du möchtest mehr erfahren? Dann folge mir und freue dich auf weitere Blogbeiträge und Infos rund um das Thema Achtsamkeit und Meditation.

Herzlichst,

Elisa

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